Sonntag, 10. März 2019
Japes Blog 6 - Die kleine Rundreise der fünf Freunde und deren Abschied
jape, 21:17h
20. Januar bis 28. Februar
Von Cusco aus, sind wir zu fünft auf eine kleine Reise aufgebrochen. Die führte uns nach Arequipa, zum Titicacasee, nach La Paz und in die Salzwüste bei Uyuni in Bolivien.
In Arequipa waren wir in einem Hotel in spanischem Stil, recht modern und mit leckerem Frühstück, später haben wir, um den Geldbeutel zu schonen, in ein nettes, lebendiges Hostel eingecheckt. Die Stadt an sich ist wunderschön und Emma, Nathalia und Ale meinten sie sei dem spanischen Valencia sehr ähnlich. Die Häuser sind aus einem weißen Vulkanstein und die ganze Innenstadt ist in spanischem Stil aus der Kolonialzeit gebaut. Besonders haben mir die mit roten Blumen beschmückten Mauern und Balkone der Straßen gefallen.
In der Stadt gibt es ein schönes, in tomatenrot und hellblau gestaltetes, gigantisches Kloster. Zu Höchstzeiten lebten dort einmal bis zu 500 Personen. Heute leben in St. Katalina keine 30 Nonnen mehr und der Großteil des Geländes ist für den Tourismus geöffnet. Früher wurden die zweiten Töchter wohlhabender, spanischer Bürger in das Kloster geschickt und in der Regel durften sie nie wieder aus dem Kloster heraus. Alles was ich sah und darüber erfuhr, schien mir eher wie ein strenges, fast grausames, aber schön gestaltetes Gefängnis für wohlhabende Damen. Heute sind die Nonnen zum Glück freiwillig dort und frei zu gehen, wann immer sie möchten.
In der Nähe von Arequipa gibt es die Colca-Schlucht, einer der tiefsten Canyons der Welt. Wir haben einen Tagesausflug dahin gemacht und Andenkondore beobachtet. Diese majestätischen Vögel beeindrucken schlicht durch ihre Flügelspannweiten von bis zu drei Metern.
Auf dem Rückweg, kamen wir an einem Lamareservat vorbei und konnten viele hunderte frei lebende Lamas, Vicuñas und Alpacas sehen.
Unsere nächste Station war der Titicacasee. Edgar und Katia hatten uns, so großherzig wie sie sind, dort eine ziemlich umfangreiche Bootstour gesponsert.
Zunächst haben wir den Uros einen Besuch abgestattet. Das ist eine Kultur von Fischern die auf ca 50 schwimmenden Inseln aus Torf und Schilf lebt. Auch ihre Häuser und Boote stellen sie aus diesem Schilf her, welches zudem essbar ist und neben Fisch als Grundnahrungsmittel dient.
Den Besuch bei der Uro-Kultur fand ich persönlich aber sehr unangenehm, da ich mich aufgrund der unübersehbaren Armut gezwungen gefühlt habe, den Einwohnern etwas abzukaufen, obwohl mich deren Kunst ernsthaft nicht interessierte, nun ja, aus Mitleid habe ich dann doch etwas gekauft.
Weiter im Zentrum des Sees, haben wir die Inseln Taquile und Amantaní besucht. Die Inseln sind wegen ihrer strickenden Männer bekannt und in Taquile haben wir bei einer sehr gastfreundlichen, einheimischen Familie Übernachtet. Der Besuch auf der „Insel der strickenden Männer“ hat mir dann nach der Uro-Kultur sehr gut gefallen und der Fisch den wir dort aßen war ausgezeichnet.
La Paz, die größte Stadt Boiviens war unsere nächste Station. Die Busfahrt dahin war sehr schön. Interessant war auch das hölzerne Floß welches unseren Bus über ein kleines Stück des Titicacasees gebracht hat. Ich bin sehr froh, dass wir separat davon übergesetzt haben. Nach Bolivien musste ich ja eh, da mein Touristenvisum für Peru drohte auszulaufen.
In La Paz waren wir in einem schönen Hostel, von dem wir aber schnell merken mussten, dass es ein Party-Hostel war. Genossen haben wir es dort trotzdem und da die Stadt mich abgesehen von dem Essen und den Preisen nicht sonderlich begeistert hat, – vielleicht, weil wir auch einfach zu schlecht über die Stadt informiert waren – hatten wir ein paar schöne Tage zum entspannen und erholen.
Wir haben Anfang Februar zur Abwechslung den Zug nach Uyuni genommen und ich habe die Fahrt sehr genossen.
Uyuni an sich, war kein sehr schöner Ort, dafür war die Salzwüste, wegen der wir da waren, beeindruckend. In windstillen Momenten war der Boden, wegen einer nur wenigen Zentimeter dicken Wasserschicht, wie ein endlos langer Spiegel. Man konnte den ganzen Himmel bis zum Horizont darin sehen. Wir hatten Spaß daran mit den Spieglungen Fotos zu machen.
Am Tag nach dem Ausflug in die Salzwüste ging es uns nicht so gut, da wir wahrscheinlich irgendetwas falsches gegessen hatten. Dazu mussten wir aus unserem Hostel auschecken und den ganzen Tag warten, da unser Bus erst in der Nacht abfuhr. Ich muss schon sagen, dass das einer der unausstehlichsten und längsten Tage meiner bisherigen Reise war.
Und dann... Kam auch noch eine chaotische, unbequeme, stressige Rückreise nach Cusco dazu.
Zunächst Sitze mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu den Vordersitzen, dann wurde in Puno, wo wir umsteigen mussten, erst Alejandras Handy geklaut und wir mussten feststellen, dass unser Bus überbucht war. Besonders stressig war es, da die Damen der Busagentur nicht grade kooperationswillig waren und die Polizei dazu kommen musste, bevor wir wenigstens das Geld zurück erstattet bekamen.
Zum Glück konnten wir uns die Tage danach in Cusco erholen. Dort haben wir alle noch verschiedenste, aber nicht unnütze Mitbringsel besorgt und Ausflüge mit Katia und Edgar gemacht.
Die Mädels sind Mitte Februar nach Lima geflogen und Lennart und ich haben ein paar Tage später den Bus genommen. Cusco ganz zu verlassen war schwerer als erwartet, denn die schöne, historische Stadt habe ich sehr ins Herz geschlossen und nun ja, sowas wie Heimatgefühle entwickelt.
Die 22 Stunden Busfahrt nach Lima hatte ich mir länger vorgestellt als sie dann waren. Die Fahrt war, abgesehen von dem Fernseher der gefühlt endlos an war, war sehr entspannt und bequem und es der Wechsel der Landschaften war schön mir anzusehen, leider habe ich keine guten Fotos davon aufnehmen können, obwohl ich es versucht habe.
Ein paar Tage haben wir uns daraufhin zusammen Lima angeschaut und ich muss sagen, dass der zweite Eindruck den ich von Lima bekommen habe, ein deutlich ruhigerer und schönerer war. Der Verkehr war nicht so schrecklich wie bei meinem ersten Besuch und ganz so grau kam mir die Metropole auch nicht mehr vor.
Allerdings ist Alejandras Wohnung in Lima sehr klein für sechs Leute und außerdem hatten wir Lust an den Strand zu fahren. Also haben wir den Bus nach Paracas genommen, ein Ort an einem Nationalpark, an dem die Wüste das Meer küsst und sich eine Halbinsel aus Dünen in den Ozean erstreckt.
Trotz reichlich Sonnencreme, kamen wir drei Tage später krebsrot zurück nach Lima.
Und dann, ja dann, – das Wort benutze ich sehr häufig – haben sich die Wege der fünf Freunde Ende Februar wieder getrennt.
Zunächst sind Nathalia und Emma nach Ecuador geflogen, um dort Emmas Mutter zu treffen und gemeinsam mit ihren Freunden, die sie von einem Schüleraustausch in Cuenca kennen, Karneval zu feiern.
Nathalia werde ich voraussichtlich für eine sehr lange Zeit nicht sehen, weil sie schon ende März nach Deutschland zurück fliegt. Die andern werde ich vermutlich noch einmal wiedersehen bevor auch sie zurückkehren.
Auch ich hab mich Anfang März von Ale und Lennart getrennt.
Lulu, eine Freundin aus Wuppertal, die gleichzeitig mit mir ein Austauschjahr in Costa Rica verbracht hat, war die Letzten Monate in Costa Rica, ist jetzt zu mir gestoßen und wird bis Mitte April meine Reisegefährtin sein. Unser Plan ist, dass wir gen Süden an der Küste entlang bis Santiago de Chile reisen. Lulu wird dann von dort aus nach Deutschland zurückkehren. Wo, wann und wie wir reisen, haben wir sonst noch nicht festgelegt.
Und jetzt?
Arbeiten Lulu und ich ein paar Wochen freiwillig für eine NGO, an einer Oase in der Wüste südlich von Lima.
Über diesen, idyllischen, von riesigen Dünen umgebenen Ort, werde ich in meinem nächsten Eintrag ausführlicher berichten.
Ganz liebe Grüße!
Von Cusco aus, sind wir zu fünft auf eine kleine Reise aufgebrochen. Die führte uns nach Arequipa, zum Titicacasee, nach La Paz und in die Salzwüste bei Uyuni in Bolivien.
In Arequipa waren wir in einem Hotel in spanischem Stil, recht modern und mit leckerem Frühstück, später haben wir, um den Geldbeutel zu schonen, in ein nettes, lebendiges Hostel eingecheckt. Die Stadt an sich ist wunderschön und Emma, Nathalia und Ale meinten sie sei dem spanischen Valencia sehr ähnlich. Die Häuser sind aus einem weißen Vulkanstein und die ganze Innenstadt ist in spanischem Stil aus der Kolonialzeit gebaut. Besonders haben mir die mit roten Blumen beschmückten Mauern und Balkone der Straßen gefallen.
In der Stadt gibt es ein schönes, in tomatenrot und hellblau gestaltetes, gigantisches Kloster. Zu Höchstzeiten lebten dort einmal bis zu 500 Personen. Heute leben in St. Katalina keine 30 Nonnen mehr und der Großteil des Geländes ist für den Tourismus geöffnet. Früher wurden die zweiten Töchter wohlhabender, spanischer Bürger in das Kloster geschickt und in der Regel durften sie nie wieder aus dem Kloster heraus. Alles was ich sah und darüber erfuhr, schien mir eher wie ein strenges, fast grausames, aber schön gestaltetes Gefängnis für wohlhabende Damen. Heute sind die Nonnen zum Glück freiwillig dort und frei zu gehen, wann immer sie möchten.
In der Nähe von Arequipa gibt es die Colca-Schlucht, einer der tiefsten Canyons der Welt. Wir haben einen Tagesausflug dahin gemacht und Andenkondore beobachtet. Diese majestätischen Vögel beeindrucken schlicht durch ihre Flügelspannweiten von bis zu drei Metern.
Auf dem Rückweg, kamen wir an einem Lamareservat vorbei und konnten viele hunderte frei lebende Lamas, Vicuñas und Alpacas sehen.
Unsere nächste Station war der Titicacasee. Edgar und Katia hatten uns, so großherzig wie sie sind, dort eine ziemlich umfangreiche Bootstour gesponsert.
Zunächst haben wir den Uros einen Besuch abgestattet. Das ist eine Kultur von Fischern die auf ca 50 schwimmenden Inseln aus Torf und Schilf lebt. Auch ihre Häuser und Boote stellen sie aus diesem Schilf her, welches zudem essbar ist und neben Fisch als Grundnahrungsmittel dient.
Den Besuch bei der Uro-Kultur fand ich persönlich aber sehr unangenehm, da ich mich aufgrund der unübersehbaren Armut gezwungen gefühlt habe, den Einwohnern etwas abzukaufen, obwohl mich deren Kunst ernsthaft nicht interessierte, nun ja, aus Mitleid habe ich dann doch etwas gekauft.
Weiter im Zentrum des Sees, haben wir die Inseln Taquile und Amantaní besucht. Die Inseln sind wegen ihrer strickenden Männer bekannt und in Taquile haben wir bei einer sehr gastfreundlichen, einheimischen Familie Übernachtet. Der Besuch auf der „Insel der strickenden Männer“ hat mir dann nach der Uro-Kultur sehr gut gefallen und der Fisch den wir dort aßen war ausgezeichnet.
La Paz, die größte Stadt Boiviens war unsere nächste Station. Die Busfahrt dahin war sehr schön. Interessant war auch das hölzerne Floß welches unseren Bus über ein kleines Stück des Titicacasees gebracht hat. Ich bin sehr froh, dass wir separat davon übergesetzt haben. Nach Bolivien musste ich ja eh, da mein Touristenvisum für Peru drohte auszulaufen.
In La Paz waren wir in einem schönen Hostel, von dem wir aber schnell merken mussten, dass es ein Party-Hostel war. Genossen haben wir es dort trotzdem und da die Stadt mich abgesehen von dem Essen und den Preisen nicht sonderlich begeistert hat, – vielleicht, weil wir auch einfach zu schlecht über die Stadt informiert waren – hatten wir ein paar schöne Tage zum entspannen und erholen.
Wir haben Anfang Februar zur Abwechslung den Zug nach Uyuni genommen und ich habe die Fahrt sehr genossen.
Uyuni an sich, war kein sehr schöner Ort, dafür war die Salzwüste, wegen der wir da waren, beeindruckend. In windstillen Momenten war der Boden, wegen einer nur wenigen Zentimeter dicken Wasserschicht, wie ein endlos langer Spiegel. Man konnte den ganzen Himmel bis zum Horizont darin sehen. Wir hatten Spaß daran mit den Spieglungen Fotos zu machen.
Am Tag nach dem Ausflug in die Salzwüste ging es uns nicht so gut, da wir wahrscheinlich irgendetwas falsches gegessen hatten. Dazu mussten wir aus unserem Hostel auschecken und den ganzen Tag warten, da unser Bus erst in der Nacht abfuhr. Ich muss schon sagen, dass das einer der unausstehlichsten und längsten Tage meiner bisherigen Reise war.
Und dann... Kam auch noch eine chaotische, unbequeme, stressige Rückreise nach Cusco dazu.
Zunächst Sitze mit nur wenigen Zentimetern Abstand zu den Vordersitzen, dann wurde in Puno, wo wir umsteigen mussten, erst Alejandras Handy geklaut und wir mussten feststellen, dass unser Bus überbucht war. Besonders stressig war es, da die Damen der Busagentur nicht grade kooperationswillig waren und die Polizei dazu kommen musste, bevor wir wenigstens das Geld zurück erstattet bekamen.
Zum Glück konnten wir uns die Tage danach in Cusco erholen. Dort haben wir alle noch verschiedenste, aber nicht unnütze Mitbringsel besorgt und Ausflüge mit Katia und Edgar gemacht.
Die Mädels sind Mitte Februar nach Lima geflogen und Lennart und ich haben ein paar Tage später den Bus genommen. Cusco ganz zu verlassen war schwerer als erwartet, denn die schöne, historische Stadt habe ich sehr ins Herz geschlossen und nun ja, sowas wie Heimatgefühle entwickelt.
Die 22 Stunden Busfahrt nach Lima hatte ich mir länger vorgestellt als sie dann waren. Die Fahrt war, abgesehen von dem Fernseher der gefühlt endlos an war, war sehr entspannt und bequem und es der Wechsel der Landschaften war schön mir anzusehen, leider habe ich keine guten Fotos davon aufnehmen können, obwohl ich es versucht habe.
Ein paar Tage haben wir uns daraufhin zusammen Lima angeschaut und ich muss sagen, dass der zweite Eindruck den ich von Lima bekommen habe, ein deutlich ruhigerer und schönerer war. Der Verkehr war nicht so schrecklich wie bei meinem ersten Besuch und ganz so grau kam mir die Metropole auch nicht mehr vor.
Allerdings ist Alejandras Wohnung in Lima sehr klein für sechs Leute und außerdem hatten wir Lust an den Strand zu fahren. Also haben wir den Bus nach Paracas genommen, ein Ort an einem Nationalpark, an dem die Wüste das Meer küsst und sich eine Halbinsel aus Dünen in den Ozean erstreckt.
Trotz reichlich Sonnencreme, kamen wir drei Tage später krebsrot zurück nach Lima.
Und dann, ja dann, – das Wort benutze ich sehr häufig – haben sich die Wege der fünf Freunde Ende Februar wieder getrennt.
Zunächst sind Nathalia und Emma nach Ecuador geflogen, um dort Emmas Mutter zu treffen und gemeinsam mit ihren Freunden, die sie von einem Schüleraustausch in Cuenca kennen, Karneval zu feiern.
Nathalia werde ich voraussichtlich für eine sehr lange Zeit nicht sehen, weil sie schon ende März nach Deutschland zurück fliegt. Die andern werde ich vermutlich noch einmal wiedersehen bevor auch sie zurückkehren.
Auch ich hab mich Anfang März von Ale und Lennart getrennt.
Lulu, eine Freundin aus Wuppertal, die gleichzeitig mit mir ein Austauschjahr in Costa Rica verbracht hat, war die Letzten Monate in Costa Rica, ist jetzt zu mir gestoßen und wird bis Mitte April meine Reisegefährtin sein. Unser Plan ist, dass wir gen Süden an der Küste entlang bis Santiago de Chile reisen. Lulu wird dann von dort aus nach Deutschland zurückkehren. Wo, wann und wie wir reisen, haben wir sonst noch nicht festgelegt.
Und jetzt?
Arbeiten Lulu und ich ein paar Wochen freiwillig für eine NGO, an einer Oase in der Wüste südlich von Lima.
Über diesen, idyllischen, von riesigen Dünen umgebenen Ort, werde ich in meinem nächsten Eintrag ausführlicher berichten.
Ganz liebe Grüße!
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