Montag, 10. Dezember 2018
Japes "Blog" 3 - Ein Sprung auf über 3400 m
01.12. -
Nach meiner Zeit am Strand im Norden Perus wurde ich dann in Lima, zu meiner Überraschung, von Ale samt Eltern begrüßt, die aus Cusco gekommen wären, da Ales Vater die Woche drauf eine mehrtätige Fortbildung hatte.

Ich wurde im Laufe der Woche von ihnen zum Essen und ins Kino eingeladen und obwohl ich gar nicht so viel gemacht habe, ging die Woche recht schnell um.
Ale hat mir dann noch Barranco, einen recht wohlhabenden, dafür aber alternativen und schönen Stattteil gezeigt. Gleichzeitig ist das der touristischste Stadtteil Limas, hat also viele Bars und Hostels und liegt direkt am Meer, surfen kann man da auch.

Aus Langeweile, - und weil ich das noch nie in meinem Leben gemacht habe - sind Ale und ich dann noch in eine Spilothek für Kinder gegangen. Also keine Spielothek im Sinne von Glücksspiel, sondern mit verschiedenen Spielautomaten, wie Flipper, Ping Pong, Let's Dance, PacMan und so weiter. Eine interessante Erfahrung, da das in Deutschland einfach nicht so verbreitet ist wie hier. Ich kannte das bisher eigentlich nur aus US-amerikanischen Filmen.
Spielhalle

Am 12.12. sind wir dann nach Cusco, Ales Heimatstadt, geflogen. Ich wollte zwar mit dem Bus fahren, aber Ales Eltern hatten mir bereits ein Ticket gebucht. Das ist ein wenig schade um die Erfahrung einer 25-stündigen Busfahrt. Aber ich muss zugeben, dass es dann schon komfortabler war, nur eine Stunde zu fliegen.
Wieder einmal wurde ich ganz herzlich von Ales Eltern in Empfang genommen.

Cusco war, bis zur Kolonialisierung durch die Spanier im 16. JH, die Hauptstadt des Inkareichs und liegt über 3400 m über dem Meeresspiegel. Die Stadt hat zwar im Gegensatz zu den 9 Milionen Einwohnern Limas nur 350.000 Einwohner, ist aber dennoch eine der größten Städte Perus und ist, aufgrund der vorkolonialen und kolonialen Geschichte, sowie der Nähe zu Machu Picchu eine Tourismus-Mettopole.

Die 3400 m, die ich von der Küstenstadt Lima nach Cusco hoch bin, haben mir erstaunlich wenig zu schaffen gemacht. Klar hatte ich ein wenig Höhenkrankheit, aber ich hatte es mir schlimmer vorgestellt. Am zweiten Tag wurde mir ein wenig schwindelig, als ich mich bewegt habe, am dritten Tag in Cusco hatte ich leichte Kopfschmerzen und schlecht geschlafen, aber Ales Mutter meinte ich hätte relativ wenig Symptome gehabt, verglichen mit den meisten Menschen.

Cusco ist sehr schön. Man kann ganz klar die gewaltigen Steine an den Unteren Teilen der Häuser und der Kirchen im Zentrum sehen, die noch aus der Zeit der Inka stammen und gleichzeitig die koloniale Architektur der Spanier, die darauf gesetzt wurde.
Gang in Cusco
Gang in Cusco
Gang in Cusco


Zudem laufen überall Menschen in traditionellen Trachten herum, die verschiedene Dinge verkaufen, Musik machen, oder einfach ihre Lamas, Alpakas oder Ziegen dabei haben und gegen Spende ein Foto von dir und den Tieren schießen.
Ale, Lama, Alpacas und ich
Alpaca küsst mich
Markt in Cusco

Genau habe ich mir noch nichts angeschaut, aber dazu werde ich in der nächsten Zeit noch genug kommen, denn es gibt unzählige archäologische Stätten und Museen in Cusco, die es Wert sein sollen, besucht zu werden.
Ein Blick von Aussen auf Qorikancha

Ich habe auch schon Ales FreundInnen und ehemalige SchulkameradInnen kennen gelernt. Soweit ich mich mit denen unterhalten habe, scheinen die mir alle sehr sympathisch und mit Ales engsten Freunden und Freundinnen verstehe ich mich sehr gut.

Ich merke aber nach wie vor, allerdings nicht ganz so stark wie in Lima, dass ich mich in sehr privilegierten Kreisen bewege. Hier in Cusco scheint der Kontrast zwischen Arm und Reich bisher nicht so extrem.

Natürlich haben wir auch das Haus geschmückt, zwar ein bisschen zu viel für meinen Geschmack, aber es hält sich noch in Grenzen.
Familie Guevara Ortiz vorm Weihnachtsbaum

Sonst bin ich noch ein wenig gewandert. Einfach nur den Hügel neben Ales Haus rauf. Überraschenderweise bin ich dann direkt auf Ruinen gestoßen.

Hügel neben Ales Haus
Hügel neben Ales Haus
Hügel neben Ales Haus
Inkamauer


Die Eltern einer Freundin von Ale sind Besitzer eines Hotels in Urubamba, ca. eine Stunde von Cusco.
Am 20.12. sind Ale und ich mit ihrer Mädelsclique dort hin gefahren und haben dort gespielt, Lagerfeuer gemacht und übernachtet. Das machen die wohl jedes Jahr vor Weihnachten, eine nette Tradition unter Freunden, finde ich.
Die Gegend dort ist schön, sehr fruchtbar und generell eine bezaubernde Natur. Das Hotel hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben und hat mir daher auch sehr gut gefallen. Außerdem heißt es Hotel Colibri und wurde dem Namen auch gerecht. Ich hab in dem einen Tag den ich da war, gleich mehrere Colibri-Arten gesehen. :)
Garten in Urubamba
Rückfahrt von Urubamba

Am 22. ist Ales Bruder Carlos dann aus Lima angereist. Abends waren wir anlässlich der Verlobung von Carlos und seiner Freundin Paola mit ihrer Familie in einem noblen peruanischem Restaurant edsen. Ich erwähne das, weil das Besuchen nobler Restaurants eine Seltenheit für mich ist. Es war ein netter Abend und hat mir echt gut gefallen.

Und jetzt?
Jetzt steht wie bei den meisten das Weihnachtsfest vor der Tür. Vielleicht ist es auch schon vorbei, wenn ihr das lest.
Für mich ist das nicht das erste mal Weihnachten woanders ohne Familie, trotzdem werde ich etwas sehnsüchtig, wenn ich daran denke, dass meine Familie ohne mich beisammen ist. Ich wäre dafür schon gerne zu Hause, nichtsdestotrotz bin ich hier in guten Händen und ich fühle mich hier wohl und als Teil der Familie. In Heimweh werde ich also nicht versinken.
Ich denke im neuen Jahr hört ihr wieder von mir.

Frohe Weihnachten und auch einen guten Rutsch ins neue Jahr wünsche ich euch allen.

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