Mittwoch, 2. Januar 2019
Japes "Blog" 4 - Peruanische Feste und Traditionen
24.12.2018 - 05.01.2019

Ich weiß der Post kommt spät, ich kam irgendwie kaum dazu, zu schreiben. Dennoch viel Spaß!

Weihnachten. Das feiert man auch im großteils katholischen Peru.
Es ist im Groben sehr ähnlich zu unserem Fest in Deutschland, jedoch unterscheidet es sich schon in einigen Gebräuchen.
Mensch stellt in der Regel einen Weihnachtsbaum aus Plastik auf, das liegt daran, dass so für uns typische Tannen hier nicht wachsen. Früher haben die Leute wohl einfach andere Nadelbäume dafür abgeholzt, das ist hier aber mitterweile verboten. Den Baum aus Plastik kann man aber genau so gut schmücken und im nächsten Jahr wiederverwenden. Das finde ich insofern positiv, weil es nachhaltiger ist.
Auch hier steht Essen und Familienzeit im Fokus.
Man isst am 24. zu Abend und nach 0 Uhr, am 25. also, werden Geschenke ausgepackt.
Gegessen wird typischerweise nicht Gans, wie bei vielen in Deutschland, sondern etwas ganz ähnliches: Truthahn. Wir haben dazu einen Reis gekocht mit Oliven und Trockenfrüchten, Salate und süße Gemüse- und Fruchtcremes.
Ich helfe Katia in Cusco den Weihnachtstruthahn vorzubereiten
Weihnachtsessen mit Ales Familie

An Weihnachten gibt es hier auch eine Art Weihnachtsmarkt auf dem großen Platz im Zentrum. Dort werden, anders als bei unserem Weihnachtsmarkt, weniger Konsumgüter wie Glühwein und Essen angeboten, dafür aber viel mehr Kunsthandwerk und Kleidung. Das hat mir echt gut gefallen.
Weihnachtsmarkt in Cusco
Weihnachtsmarkt in Cusco
Weihnachtsmarkt in Cusco


Generell war die Weihnachtszeit sehr nett und ich habe mich sehr wohl gefühlt.
Natürlich hatte ich an Heiligabend noch mit meiner versammelten Familie telefoniert.

Hier in Peru ist anders als in Deutschland nur der 25. ein offizieller Feiertag, weshalb Ales Bruder Carlos am 25. abends schon zurück nach Lima geflogen ist. Auch Edgar und Katia, Ales Eltern, mussten am 26. schon wieder arbeiten.
Am 27. waren wir dann noch einmal im Nachbartal in Urubamba, um den 26. Hochzeitstag von Freunden der Familie zu feiern.

Bis zu diesem Tag war das Wetter gut, seitdem regnet es fast jeden Tag am Nachmittag und in der Nacht.

Das schlechte Wetter kam am 28. direkt aus Deutschland:
Meine ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschüler und besten Freunde und Freundinnen Nathalia, Emma und Lennart sind nach Weihnachten angereist.
Unser Plan ist, zusammen mit Alejandra Peru zu bereisen.
Die drei bleiben drei Monate, ich selber werde vermutlich nur bis Anfang März mit ihnen unterwegs sein, mehr dazu, was ich dann mache, erzähle ich ein anderes mal.

Bis zum neuen Jahr haben dann noch ein paar Tage gefehlt, die waren gefüllt vom Ankommen der drei, einer Stadttour durch Cusco und einem Besuch der kleinen Avocadofarm der Familie in Limatambo.
Dort sind wir in einem eiskalten Schwimmbad gewesen und mit einem alten VW-Käfer gefahren. Beides sehr schöne Erfahrungen.
Gang in Cusco


Ein bezaubernder Gang in Limatambo
Die Häuser in Limatambo
Von den Käfern gibt es übrigens noch sehr viele in Peru.
Ich in einem VW-KÄFER in Limatambo, von denen gibt es in Peru sehr viele

Das neue Jahr haben wir mit vielen FreundInnen von Ale und einem Freund von mir aus Berlin auf der Dachterrasse von Fey, Ales bester Freundin, begrüßt.
Das war echt cool.
Danach sind wir auf eine für meinen Geschmack zu überfüllte Open-Air Party gegangen, die aber zu meiner positiven Überraschung, auch einen Techno Floor hatte.
Dort sind wir dann trotz Müdigkeit bis 7 Uhr geblieben.
Nach der Party sind wir nicht direkt nach Hause, sondern haben die Peruaner begleitet eine Suppe zu essen, die man traditionell zu Neujahr isst. Ich selber hatte keinen Hunger, hab die Suppe aber probiert. Der Name ist mir leider entfallen, die Suppe hatte einen extrem starken Geschmack und war mit großen Stücken aus Rindfleisch.

Jetzt ein bisschen zu den Traditionen die es in Peru zu Silvester gibt:
Zum neuen Jahr trägt man bestimmte Unterwäsche.
Dabei steht rot dafür, im neuem Jahr Liebe zu finden, grün für Hoffnung und die wohl meist getragene Unterwäsche ist die gelbe, die für Glück im neuen Jahr steht. Amüsant war es, als Katia, Ales Mutter, uns allen am Silvesterabend gelbe Unterwäsche geschenkt hat, die wir dann auch getragen haben. Zugegebenermaßen war meine etwas zu eng.
Eine weitere Tradition, die so weit ich weiß ursprünglich aus Spanien kommt, ist, um 12 Uhr 12 Weintrauben zu Essen. Jede Weintraube steht für einen Wusch den Mensch frei hat. Ehrlich gesagt haben wir das total vergessen, haben unsere Weintrauben aber am ersten Januar nachmittags gegessen.
Zwölf Wünsche fanden wir alle ziemlich viel, aber wir kamen darüber überein, dass das positiv ist, denn so wünscht man sich mehr für andere, als sonst vielleicht üblich.


Die dritte Tradition, die ich noch erläutere, ist eine, die ihren Ursprung in Mexiko hat. Im neuen Jahr werden Linsen gegessen, der Grund dafür ist, soweit ich es verstanden habe, dass die Linsen Münzen ähneln und die Mahlzeit so Glück und Wohlstand im neuen Jahr bringen soll.

Ein wichtiger Unterschied zu Deutschland ist, dass Feuerwerkskörper in Peru gesetzlich verboten sind.
Nichtsdestotrotz werden diese illegal auf der Straße verkauft, doch ich hatte trotzdem das Gefühl, dass es insgesamt weniger Böllerei als bei uns war und wenn, dann waren es meist Raketen.
Ich fand es besser so, sicherer und dazu besser für die Umwelt und die Gesundheit.

Am 3. Januar hatte Emma dann Geburtstag. Geplant war eigentlich eine Wanderung mit Picknick, aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. Stattdessen haben wir Filme geschaut, gekocht, wurden abends von Katia und Edgar zum Essen eingeladen und waren danach mit Fey und zwei Freunden von Ale in einer Bar und in einer Diskothek.

Am 5. haben wir den Geburtstag von Fey vorgefeiert - ja vorgefeiert - hier bringt es kein Unglück, Geburtstage vorzufeiern. Bei Fey war es nett, danach sind wir dann noch in eine Diskothek, wo ich mich leider mit Fey und später mit Ale gestritten habe, das ist aber mitterweile geklärt.
Nun zu typischen Geburtstagstraditionen:
Beim Singen wird zwischen jeder Strophe drei Mal geklatscht, dadurch wirkt das alles aufregender und lebendiger.
Das Geburtstagskind muss die Kerzen auspusten und danach den Kuchen direkt probieren, Tradition ist, dass dabei der Kopf des Geburtstagskindes in die Torte gedrückt wird, das Stück, wo das Gesicht war bekommt das Geburtstagskind, sofern die Torte überlebt. Bei Fey war das nicht der Fall.

Und vor allen Dingen Kinder bekommen eine Piñata, eine Papierfigur oft in Form eines Tieres oder Gegenstands, gefüllt mit Süßigkeiten. Diese wird an einem Seil aufgehängt, aber so, dass jemand die Höhe verstellen kann. Das Geburtstagskind muss dann mit verbundenen Augen und einem Besenstil die Piñata so lange hauen, bis die Süßigkeiten auf den Boden fallen.

Soweit erstmal.
Demnächst folgt ein Eintrag über die ersten Zwei Januarwochen.
Liebe Grüße,
Jape

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